Heilpädagogische Tagesgruppen Letheburg in der Wesermarsch

Das Heilpädagogische Angebot richtet sich an Jungen und Mädchen mit Verhaltensauffälligkeiten aus unterschiedlichen Familienkonstellationen (Kern-, Stief-, Pflege- und Adoptivfamilien) und Kulturen, deren Eltern mit massiven Erziehungsproblemen überfordert sind und deren individuelle Problematik so gelagert ist, dass eine teilstätionäre Maßnahme ausreichend ist.

In jeder Gruppe gibt es einen Platz nach §35a SGB für Jungen und Mädchen, die von seelischer Behinderung bedroht und betroffen sind, soweit eine Gruppenbetreuung im Sinne unserer Leistungsbeschreibung realisierbar ist.

Infos für Kids

Hallo,

 

sicher hast Du noch nie etwas von einer „heilpädagogischen Tagesgruppe“ gehört. Deshalb erhältst Du hier einige Infos.

 

Du kommst nach Schulschluss in die Tagesgruppe. Hier findest Du Kinder ungefähr in Deinem Alter vor und Pädagoginnen/Pädagogen, die Dich den Tag über begleiten und unterstützen.

 

Der Tagesablauf ist klar geregelt. Es gibt zunächst zu einer bestimmten Zeit ein Mittagessen. Nach dem Essen ist in Kleingruppen, je nach Tagesgruppe 3-4 Kinder, eine Zeit für Hausaufgaben vorgesehen. Dabei erhältst Du Unterstützung und Begleitungvon einer Pädagogin/einem Pädagogen. Ist die Hausaufgabenzeit beendet, kannst Du mit anderen Gruppenmitgliedern verschiedenste Spiel-, Werk-, Bastel-, Back-und Koch- und Bewegungsangebote wahrnehmen. Deine eigenen Spielideen sind sehr gefragt. Zum Abschluss des Tagesgruppentages findet immer eine gemeinsame Abschlussgesprächsrunde statt Hier kannst Du erzählen, was Dir gut gefallen hat, wie es Dir geht, über was Du Dich freust usw.

 

Einmal die Woche überwiegend montags nach den Hausaufgaben findet mit allen drei Tagesgruppen ein Bewegungsangebot in einer Turnhalle statt. Hier kannst Du Dich mit anderen Kindern an einigen Turngeräten ausprobieren, Mannschaftsspiele wie z. B. Fußball, Völkerball spielen. Auch findet einmal die Woche ein Aktivitätentag statt; meistens freitags: z. B. Schwimmen gehen oder ein „Waldgang“. In den Sommermonaten ist es möglich, einmal in zwei Wochen Kanu zu fahren.

 

In den Osterferien und in den Sommerferien findet eine mehrtätige Ferienfreizeit mit allen drei Tagesgruppen statt. Es wird u. a. gezeltet, Fahrradgefahren, geklettert, gegrillt…... Zu Christi Himmelfahrt bieten wir eine Kanufreizeit an, in der auf einen Fluss Kanu gefahren wird. Es steht Dir frei an dieser Freizeit teilzunehmen oder nicht.

 

Ende des Sommers/Anfang Herbst wird mit allen Kindern, Geschwisterkindern und Eltern an einem Samstag, z. B. am Nordenhamer Strand bei einem Lagerfeuer gegrillt und gemeinsam Spielangebote wie Sackhüpfen, Kartoffellauf durchgeführt. Um die Weihnachtszeit herum treffen sich alle Kinder, auch an einem Samstag, mit ihren Geschwistern und Eltern in der Spielscheune Burhave, um gemeinsam zu frühstücken und zu spielen. Die Pädagoginnen/Pädagogen der Tagesgruppen bereiten einige Spiele wie Kickern, Indoorfußball vor.

 

Im Zusammenleben in der Tagesgruppe gibt es wichtige Regeln, z. B. Respekt gegenüber anderen Personen und dem Eigentum anderer, Rücksichtnahme und Toleranz. Bei Auseinandersetzungen werden alle Beteiligten gehört und mit Hilfe der Pädagoginnen/der Pädagogen überlegt, wie der Streit beigelegt werden kann und jeder zu seinem Recht kommt. Manchmal kann das sehr schwierig werden….. Einmal die Woche findet eine Gruppenrunde statt, in der Du viele Ideen einbringen kannst, das Zusammenleben noch besser zu gestalten.

 

Was Du auch noch wissen muss: wir tauschen uns viel mit Deinen Eltern und Deinen Lehrpersonen in der Schule aus. Dabei haben wir immer Deine tieferen Bedürfnisse und Dein Wohl im Auge.

Infos für Eltern

Liebe Eltern,

die Jugendhilfemaßnahme „Heilpädagogische Tagesgruppe“ für die Sie sich interessieren und über die Sie mit Ihrer zuständigen Jugendamtsmitarbeitenden in Kontakt sind, umfasst drei Bereiche:

  1. das soziale Lernen des Kindes in einer, je nach Tagesgruppe, 6 – 9 Kindern starken Gruppe.

Hier lernt Ihr Kind durch pädagogische Gruppenerfahrungen und verlässliche pädagogische bzw. heilpädagogische Beziehungsangebote durch professionelle Pädagoginnen und Pädagogen soziale Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Durch die wöchentliche Einzelzeit mit einer Pädagogin oder einem Pädagogen werden die tiefliegenden Bedürfnisse Ihres Kindes z. B. nach Anerkennung aufgegriffen und der Selbstwert Ihres Kindes erhöht, so dass es sich selbstbewusst auch in anderen sozialen Gruppen, Kontexten integrieren, einfügen kann.

  1. die Arbeit mit Ihnen und Ihrer Familie.

In i. d. R. zweiwöchigem Rhythmus stattfindenden Elternberatungsgesprächen wird mit Ihnen erarbeitet, welche Strukturen Sie in Ihrer Familie schaffen und welche Haltungen Sie entwickeln können, um die Entwicklung Ihres Kindes/Ihrer Kinder zu stärken und eine konfliktfreiere Integration Ihres Kindes/Ihrer Kinder in sozialen Gefügen der Gesellschaft zu ermöglichen.

Des Weiteren findet gruppenübergreifend einmal jährlich ein Elternkurs statt, der es Ihnen ermöglicht viele Kenntnisse über Erziehung zu erwerben und sich mit anderen betroffenen Eltern austauschen: „Geteiltes Leid ist halbes Leid“.

Ohne Ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Ihre Bereitwilligkeit gegebenenfalls Ihre Erziehungshaltungen zu überdenken und zu korrigieren, können wir bei Ihrem Kind/Ihren Kindern keine Verhaltensänderungen bewirken. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine kooperative, wertschätzende Zusammenarbeit zugunsten Ihres Kindes.

  1. die Zusammenarbeit mit Schulen, Kinder- und jugendpsychiatrische Kliniken, Therapeutinnen/Therapeuten und sonstigen wichtigen Personen und Institutionen.

Besonders die Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen Ihres Kindes ist uns wichtig. Es findet ein regelmäßiger persönlicher/telefonischer Austausch mit den Klassenlehrerinnen/Klassenlehrern statt. Wichtige Kontakte werden immer mit Ihnen abgesprochen und oder nachbesprochen. Gern begleiten wir Sie bei wichtigen Schulgesprächen.

Auch hier geht es uns um eine kooperative, wertschätzende Zusammenarbeit zwischen Ihnen, den Lehrpersonen und uns. Auch alle Lehrerinnen/Lehrer wollen die bestmöglicheste Entwicklung Ihres Kindes.

 

Wir hoffen Ihnen mit diesen Informationen eine Entscheidungshilfe geben zu können und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.

Fachliche Ausrichtung / Methodik

Da in einem System alle Mitglieder in gegenseitigen Abhängigkeiten zueinander agieren und reagieren, also in Beziehungen miteinander stehen, ist es sinnvoll das Familiensystem des Kindes in die pädagogische Arbeit soweit wie möglich mit einzubeziehen. Deshalb ist neben der individuell ausgerichteten Arbeit mit dem Kind auch die Arbeit mit der Familie ein besonderer Schwerpunkt unseres Angebotes.

 

Mit systemischen Methoden sollen Eltern für die Bedürfnisse ihrer Kinder sensibilisiert und ihr Einfühlungsvermögen erhöht werden. Das systemisch orientierte Handeln beinhaltet eine Abwehr von Schuldzuweisung und die Abwendung von dem Gedanken, dass "nur der Berater die richtige Lösung für das Problem weiss“. Es geht um eine nichtwertende, beschreibende Darstellung von familiären Verhaltensabläufen und die Aktivierung der Ressourcen des Familiensystems. Die Ingangsetzung eines Prozesses der Selbstaktivierung, der Weiterentwicklung und die Begleitung der familiären, selbstorganisatorischen Entwicklung ist das Ziel.

Heilpädagogik bedeutet eine ganzheitliche Betrachtung, Behandlung und Integration des Menschen. Ihr wichtigster Grundgedanke, die „Ganzheitlichkeit“, ist bei der Bearbeitung und Lösung von Problemstellungen zu betrachten und miteinzubeziehen.

In unserer Arbeit begegnen wir oft Kindern und ihren Familien, die besonders durch Beziehungsabbrüche und anderen wenig verlässlichen Strukturen, extrem belastet sind. Durch die Schaffung einer schützenden, emotional tragenden, angstfreien Atmosphäre, das Einbringen der eigenen Person in den heilpädagogischen Prozess und den ganzheitlichen Ansatz werden Selbstheilungskräfte in Gang gesetzt und die positive Entwicklung des Kindes gefördert.

Wir integrieren heilpädagogische Elemente, indem der Betreuer Spiel- und Alltagssituationen individuell und gruppenbezogen so gestaltet, dass das Kind die für seine Lebensbewältigung notwenigen Erfahrungen machen kann und sich ihm erweiterte Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Unter Beachtung der wichtigsten gruppenpädagogischen Prinzipien wie:

  • individualisieren, also mit den Stärken der Einzelnen arbeiten;
  • anfangen, wo die Gruppe steht,
  • sich entbehrlich machen, also viel Raum für Selbständigkeit geben,
  • Hilfe durch Programmgestaltung,
  • und erzieherisch notwendig Grenzen setzten,

ermöglichen wir den Kindern positive familienergänzende Gruppenerfahrungen, Erleben von Gemeinschaft und Vertrauensbildung in der Gruppe.

Kinder sind heute mehr denn je aufgrund der eingeschrumpften Beziehungsstrukturen der Familien auf positive Grenzerfahrungen angewiesen. So bietet die Gruppe ihnen ein soziales Lern- und Übungsfeld, insbesondere für die positive Veränderung, Erweiterung und Bewährung der sozialen Kompetenzen. Die hier gemachten Erfahrungen ermöglichen eine Übertragungen auf andere soziale Situationen und neue Gruppen.

 

Erlebnispädagogik

Erlebnispädagogik ermöglicht ganzheitlich, handlungsorientiert und herausfordernd (Grenz)erfahrungen; diese begleiten wir und nutzen sie zielgerichtet für pädagogische Prozesse. Hierbei findet der natürliche Drang von Kindern nach Abenteuer, Selbsterfahrung und Entdeckung besondere Berücksichtigung. Die Kinder werden aktiv in die Ausarbeitung, Vorbereitung und Durchführung von Aktionen einbezogen.

Erlebnispädagogische Angebote halten wir gerade für Kinder, die in ihren Lebensräumen häufig negative Konsequenzen in der Interaktion mit ihrer Umwelt erfahren, für wichtig und effektiv.

Jedes Kind erhält in einem ein- bis zweiwöchigem Rhythmus mit einer pädagogischen Fachkraft eine Einzelzeit.

Ziel dieser Einzelstunde ist eine individuelle zielgerichtete Förderung des Kindes in Richtung Selbstwertgefühl, Ich-Stärke, Ich-Steuerung, Ressourcenausbau, Eigenwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Bedürfniswahrnehmung und die Ermutigung eigene Stärken und Kompetenzen zu entdecken und zur Problemlösung einzusetzen.

Die Einzelzeit wird in der Interaktion mit dem Kind so gestaltet, dass es über Spiel, Werken, Basteln, Kochen und Backen, sportliche Betätigung, Gespräche, Entspannungs- und Wahrnehmungsübungen usw. zu positiven, ermutigenden, aufbauenden Erlebnissen und Erfahrungen kommt.

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Rahmenbedingungen

 

 

In allen drei Tagesgruppen werden die Kinder an fünf Tagen in der Woche von 11.00 Uhr/bzw. nach Schulschluss bis 17.00 Uhr betreut. Dabei legen wir viel Wert auf einen strukturierten Ablauf, um den Kindern Sicherheit und Halt zu geben. Wir ermöglichen durch Orientierung, Förderung und Schutz persönliche und soziale Lernprozesse der Kinder. Begleitende pädagogische Fachkräfte beaufsichtigen, setzen in Gang, unterstützen, und gewährleisten diese kognitiven, emotionalen, sozialen und motorischen Prozesse.

 

Ein klar strukturierter Tagesablauf beinhaltet:

  • Einzelzeiten,
  • Mittagessen,
  • Hausaufgabenbetreuung,
  • gezielte Angebote, Spiel, evtl. Einzelzeiten,
  • Reflexionsrunde mit Abschlussimbiss.

ein klar strukturierter Wochenablauf:

  • montags Freispiel- und Mannschaftspielangebote in einer Turnhalle (gruppenübergreifend),
  • donnerstags in den Sommermonaten Kanufahren (gruppenübergreifend),
  • freitags Gruppenaktivitäten wie Schwimmen, Wald usw.,
  • wöchentliches Gruppengespräch.

und ein feststehender Jahresablauf gruppenübergreifend:

  • 4- tägige Osterfreizeit,
  • 3 -tägige Kanufreizeit,
  • 5 -tägige Sommerfreizeit: 1 x zu Beginn der Sommerferien, 1x zum Ende der Sommerferien, je nach Entwicklungsstand und der Fähigkeit der Bewältigung von Herausforderungen werden die Kinder den jeweiligen Freizeiten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zugeordnet,
  • Fußballspielaktionen Tagesgruppen anderer Anbietern aus unserer Region,
  • eine Familienaktion (z. B. gemeinsame Spiele, anschließendes Grillen mit Lagerfeuer usw.)
  • Weihnachtsfamilienfrühstück

 

iel der Maßnahme ist es, durch die Betreuung in der Tagesgruppe  den Verbleib des Kindes in der Familie und im sozialen Umfeld zu ermöglichen. Die Familie wird tagsüber von der Betreuung und Versorgung des Kindes entlastet.

 

Im Einzelnen bedeutet das für das Kind/die Familie:

  • Unterstützung der Entwicklung des Kindes durch soziales Lernen in der Gruppe,
  • Begleitung der schulischen Förderung,
  • intensive Beratung, Betreuung und Unterstützung der Familien, um mittelfristig eine Bewältigung der Problemursachen und eine Neuorientierung zu ermöglichen. 

zusätzlich bei Aufnahmen gemäß § 35a SGB VIII: 

  • Befähigung zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft,
  • entwicklungsfördernde Erschließung und Ausbau von Ressourcen, die eine Gestaltung der sozialen Bezüge, Orientierungen und Kontakte im alltäglichen Leben ermöglichen.

Struktur

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